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Tierrechte - Unappetitliche Details über die Walschlachtungen auf den Färöer-Inseln
by ProWal EV on October 4th, 2014

Gesamtzahl der auf den Färöer-Inseln getöteten Tiere 
2013:  
1.534 Delfine
(1.104 Grindwale - 430 Weißseiten-Delfine)
2014:
53 Delphine
(48 Grindwale - 5 Schnabelwale) 

Gesamtfangzahl vom 24.06.1584 bis heute: 266.379 Delfine und Wale

Grindwalfang auf den Färöer-Inseln – Die blutige Schande Europas!

Jedes Jahr werden auf den zwischen den Shetland-Inseln und Island liegenden Färöer-Inseln Treibjagden veranstaltet, bei denen die Bewohner mit Booten Grindwale und auch andere Delfin-Arten in Buchten treiben und auf äußert brutale Art und Weise töten. Selbst Muttertiere mit ihrem Nachwuchs werden nicht verschont.

In dem Zeitraum von 1584 bis heute wurden auf den Färöer-Inseln insgesamt 266.326 Grindwale, andere Delfin-Arten und Wale getötet, was die Färinger selbst dokumentiert haben! 

In früheren Zeiten waren die Anzahl der Schlachtungen und die Anzahl der getöteten Tiere viel höher, als heute. In Zeiten des 2. Weltkrieges gab es gar Schlachtungen bei denen 800 (Klaksvik 1939) oder gar 1.200 Tiere (Sandur 1940) getötet wurden. Solch große Schulen von Grindwalen gibt es heute wohl überhaupt nicht mehr, da die Färinger dazu beitragen, diese Art an den Rand der Ausrottung zu bringen. Zudem bedrohen auch weitere durch den Menschen verursachte Gefahren, wie die Verschmutzung der Meere, die Grindwal-Bestände. 

Nur das Fleisch und der Speck der Grindwale, welches mit Umweltgiften, wie PCB und Quecksilber hoch angereichert ist und für den menschlichen Verzehr nicht geeignet ist, werden von den Insulanern überhaupt genutzt. 

Der Rest der Tiere wird von den Färingern im Meer vor den Inseln versenkt. Die Färöer-Inseln sind damit wohl der größte Tierfriedhof der Welt!

Es entspricht nicht der Realität und es ist erst recht nicht nachvollziehbar, warum die Regierungen der Färöer-Inseln und Dänemarks immer wieder betonen, dass die Grindwalfänge in diesem teilautonomen Gebiet des Reichsgebietes Dänemarks immer tierschutzgerecht, nach höchsten Standards und nach den Fangrichtlinien eines speziellen Gesetzes durchgeführt werden.

Bericht über eine Grindwal-Schlachtung von 2010:

Eine Grindwalschule von 193 Tieren wurde am 9. Juli 2010 mit Hilfe von Booten an den Strand der Stadt Husavik (126 Einwohner) auf der Insel Sandoy getrieben. An diesem Tag gab es nicht genügend Schlachthelfer, um die gesamte Walfamilie auf einmal zu töten. Da bis zum Abend nicht alle Tiere an den Strand gehetzt und umgebracht werden konnten, wurden entgegen der Färöer-Gesetzgebung den überlebenden Walen Seile um ihre Schwanzfluken gebunden und diese an Booten befestigt. Zappelnd vor Panik und auf der Suche nach ihren Familienmitgliedern verbrachten 24 Grindwale die ganze Nacht über angebunden im blutroten Meer, um sie dann am nächsten Tag zu töten.

Diese Treibjagd war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Viel zu wenige Personen hatten sich zuvor in die ausgelegten Teilnehmer-Listen als Schlachthelfer eingetragen und der verantwortliche Polizeichef wusste zu genau, dass auf dieser Inselgruppe die Bevölkerung überaltert ist. 25 Prozent der Bewohner sind dort über 65 Jahre alt und die meisten von ihnen konnten sich also überhaupt nicht an der kräfteraubenden Jagd beteiligen. Im gesamten Inselbezirk Sandoy leben gerade einmal 1.334 Einwohner. 

Zum Vergleich dieser barbarischen Grindwaljagd auf Sandoy haben im Juli 2010 nach einer Treibjagd vor der Hauptstadt Torshavn (19.873 Einwohner) an der Schlachtung von 108 Grindwalen insgesamt 1.870 Einwohner teilgenommen. 

Zusammen mit dem WDSF deckten wir 2010 bei Recherchen diese ungeheuerliche und dilettantische Grindwalschlachtung auf der Insel Sandoy auf. Ein weltweiter Aufschrei erfolgte nach unserer Berichterstattung über die Medien, denn es war zu befürchten, dass dieser Skandal unter den Teppich gekehrt wird. 

Aufgrund einer gestellten Strafanzeige gegen die Verantwortlichen, gab es eine Untersuchung des Vorfalls von „unabhängigen“ Inspekteuren, die aus Dänemark angereist waren. Die Strafanzeige wurde zwar eingestellt, dennoch hatte diese illegale Grindwaljagd, die Anzeige und auch andere skandalöse Vorfälle Folgen. 

Das zuständige Fischereiministerium hat seine Bestimmungen zum Grindwalfang geändert und massiv verschärft. Darauf gehen wir in Punkt 2 näher ein – „2. Neues Gesetz zum Grindwalfang bereitet Sorgen“.

Die Grindwaljagd auf den Färöer-Inseln ist heute, neben der Beschaffung von kostenlosem Fleisch und der anwachsenden Kommerzialisierung, vor allem als Spaß-Veranstaltung und als besonderer Kick der Bewohner anzusehen. Zur Behauptung, dass der Grindwalfang nichts mit Jagdgelüsten mordlustiger Bewohner zu tun hätte, kam dieser skandalöse Vorfall über eine Grindwaljagd an die Öffentlichkeit, der eigentlich vertuscht werden sollte!

Am 10. November 2010 wurde ein Grindwalfang vom örtlichen Verantwortlichen genehmigt, der in dieser Form niemals hätte so stattfinden dürfen. An diesem Tag wurde eine Grindwalfamilie in die unbewohnte Schlachtbucht „Vidvik“ getrieben und getötet. Weil viel zu wenige Personen anwesend waren, konnten die 62 getöteten Grindwale nicht mehr zerlegt oder in einen naheliegenden Hafen transportiert werden, da es bereits dunkel geworden ist. Am nächsten Morgen war das Fleisch der Grindwale verdorben, da die Innereien der Tiere nicht mehr am Vortag herausgenommen wurden. Die toten Grindwale wurden aufs Meer hinausgeschleppt und „entsorgt“. Eine ganze Grindwalfamilie mitsamt ihrem Nachwuchs wurde völlig unnötig ermordet. Es ging bei dieser Grindwaljagd nicht um Nahrungsbeschaffung, denn niemand leidet auf den Färöer-Inseln an Hunger. Es ging um einen besonderen Kick, einem Männlichkeitsritual und gar um einen irrsinnigen Wettbewerb, auf den wir später noch eingehen werden!

Sommerfestival auf den Färöer-Inseln – Tanzen in blutigen Buchten!

Vom 1. Juni – 20. August 2013 wurden in beinahe allen Orten der Färöer-Inseln den Einwohnern und Touristen Veranstaltungen von färöischen Musikern und Künstlern angeboten. In der Ortschaft Sydrogota beobachteten wir, wie die Veranstalter ungeniert die Bühne für eine Musikveranstaltung direkt in einer Schlachtbucht für Grindwale aufbauten. Im Mai 2011 wurde in dieser Bucht eine ganze Grindwal-Familie mit 204 Tieren getötet. Es kümmert niemanden. Bei lauter Musik wurde ausgelassen gefeiert. 

Auf den Färöer-Inseln selbst gibt es keine offensichtliche Protestbewegung gegen den Grindwalfang. Es finden keine Demos, Info-Kampagnen oder sonstige Protest-Veranstaltungen statt. Hinter vorgehaltener Hand verurteilen zwar manche Färinger den Grindwalfang, aber aktiv etwas dagegen unternehmen, tun sie leider nicht. Immer wieder versuchen Färinger die Proteste gegenüber den barbarischen Abschlachtungen der Grindwale, die ausschließlich aus dem Ausland kommen, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sie reden davon, dass man die Tradition und das Land mit seinen Bewohnern mit Achtung begegnen solle. Im Prinzip erwarten sie auch, dass man auch die Walmörder und ihr grausames Tun respektieren solle! 

Es stellt sich hierbei die Frage, warum respektieren die Färinger nicht, dass es Millionen Menschen rund um den Globus anwidert, dass ganze Delfin-Familien mitsamt ihrem einzigartigen genetischen Erbgut für immer ausgelöscht werden? Wo ist die Achtung der Färinger gegenüber den vielen Menschen rund um den Globus, die ihre Ablehnung gegenüber diesen barbarischen und grausamen Abschlachtungen offen zum Ausdruck bringen? Ist das Ignorieren von Gesprächen mit Verantwortlichen, Protesten, Demonstrationen, Hunderten Petitionen mit Millionen von Unterschriften respektvoll? 

Was viele Färinger von anderen erwarten ist absurd und entspricht keinem gesunden Menschenverstand. Auch die kollektive Massenabschlachtung von Meeressäugern, hat mit einem gesunden Menschenverstand nichts zu tun. Ist ein geistig gesunder Mensch in der Lage, einem trächtigen Grindwal eine Lanze in sein Atemloch zu stechen und dem Tier mit einem Messer den halben Kopf abzuschneiden, während sich die anderen Mitglieder der Delfinfamilie das Abschlachten zum Teil über Stunden mitansehen müssen, bis auch diese getötet werden? Ein geistig gesunder Mensch kann einem Tier nicht den Bauch aufschneiden und den ungeborenen Leib eines Babys in eine Mülltonne werfen und dabei noch „Gott für seine Geschenke der Natur“ danken!

Respekt und Achtung? Das sind Wörter, die die Färinger nicht gebrauchen sollten, denn ihr kollektives Handeln hat damit nichts zu tun - weder gegenüber der Natur, noch den Tieren, noch den Menschen, die diese sinnlosen Massenmorde verurteilen! Ob die Welt die Grindwal-Tötungen verurteilt oder nicht, das interessiert und kümmert die meisten dieser Insulaner nicht – Sie leben in ihrer eigenen und sehr wohlhabenden Welt. 

Absurdes Argument der Färinger, um für die Notwendigkeit des Grindwalfangs zu werben: „Wir sind auf das Fleisch zum Essen angewiesen.“ Tatsache ist, dass auf den Färöer-Inseln niemand an Hunger leiden muss. Der Lebensstandard der Färinger ist der höchste in Europa. Das Pro-Kopf-Einkommen der Färinger ist gar höher als das der Bewohner Saudi-Arabiens!

In fast jedem Dorf gibt es hochmoderne Supermärkte. „Bonus“ oder „fk“, in denen es alles zu kaufen gibt, was z.B. auch in deutschen Supermärkten angeboten wird. Den insgesamt knapp 50.000 Einwohnern stehen drei Krankenhäuser, Kinos, Baumärkte, einfach alles, was zur Versorgung notwendig ist, zur Verfügung. Es gibt sogar zwei Brauereien. Was nicht selbst produziert werden kann, wird importiert. Die meisten Färinger leben in ihrem eigenen Haus. Davor stehen meistens zwei PKWs. Viele haben ein eigenes Boot. Nicht nur ein Fischerboot, sondern auch eine Sport-Yacht. Yet-Skies sorgen für Spaß. Die Färinger haben sogar für ihre insgesamt 16.000 PKWs hochmoderne Unterseetunnel und auch moderne Fähren, welche die Inseln miteinander verbinden. Das Mutterland Dänemark überweist jedes Jahr noch zusätzlich 125 Mio. € an „Subventionen“. In Wahrheit sind das dänische Steuergelder, damit Dänemark noch einen gewissen Einfluss auf den kleinen halbautonomen Inselstaat hat, der sich hauptsächlich durch Fischexporte, Schafzucht und etwas Tourismus finanziert. Große Hoffnungen setzen die Färinger im Moment auf Ölprobebohrungen. Riesige Mengen Erdöl sollen sich in dem Hoheitsgebiet der Färöer-Inseln befinden. Die Färinger leisten sich gar einen subventionierten Helikopter-Service. In fast jedem Dorf gibt es einen Landeplatz. Die Preise sind günstig. Die Einwohner fliegen mit dem Helikopter zum Einkaufen oder nur um mal Verwandte oder Freunde zum Kaffeetrinken zu besuchen. 

Es ist also falsch, dass die Färinger auf den Grindwalfang als Nahrungserwerb angewiesen sind. Sie könnten leicht darauf verzichten. Im Jahr 2008 gab es auf den Färöer-Inseln keinen Grindwalfang und niemand der wohlhabenden Bevölkerung musste deshalb an Hunger leiden! Hoffnung auf die Vernunft nächster Generationen? Leider nicht!

Weltweit wohl einmalig - Spielplatz in einer Schlachtbucht

In dem Ort Midvagur entdeckten wir einen neuen Kinderspielplatz, der direkt in einer Schlachtbucht für Grindwale errichtet wurde. Bei den Grindwal-Tötungen sind auch immer Kinder anwesend. Sie sind auch mit dabei, wenn bei öffentlichen Veranstaltungen Grindwale zerlegt werden. Den Kindern soll damit ganz bewusst vermittelt werden, dass das blutrünstige Abschlachten der Tiere ganz normal ist. Ein schlechtes Gewissen werden die zukünftigen Generationen deshalb nicht haben, denn sie erkennen das Unrecht und auch die Unnötigkeit nicht und sie werden es ihren Eltern und Großeltern gleich tun, wenn sie erwachsen sind und das Schlachten fortsetzen. Die Hoffnung, dass zukünftige Generationen sensibler mit ihrer Umwelt umgehen und sich für den Schutz der Arten einsetzen und den Grindwalfang in ihrer Heimat eines Tages beenden werden, wird damit völlig zerschlagen. 

Quelle und Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von: 
Projekt Walschutzaktionen - ProWal 
Der Schein dieser Idylle trügt: Die Färöer Inseln sind kein gutes Terrain für Wale.


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